Das Vierte Reich

Neil LaBute

Deutsch von Kerstin Daiber
Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar / TAK Theater Liechtenstein
Premiere 16. September 2017 / Uraufführung

„Er war ein Mann. Er hat Fehler gemacht. Ok. Aber er war kein Monster. Er war nicht böse. Das Böse existiert nicht.“

„Entzünde dich an Enthusiasmus und die Leute werden von überall kommen, dich brennen zu sehen…“ Diesen Satz von John Wesley stellt LaBute seinem ungewöhnlichen Monolog voran. Wir sehen einen Mann, an einem Tisch sitzend, auf dem ein Gemälde und eine Blumenvase stehen. Dieser Mann lächelt uns an und verwickelt uns in seine Gedanken, die um die Unperson der Geschichte des 20. Jahrhunderts kreisen: um Adolf Hitler. Und wir erfahren, dass auch Hitler ein Mensch war, dem man Gerechtigkeit widerfahren lassen muss. Dass schließlich nicht alles, was er gedacht und getan hat, schlecht gewesen ist. Dass er ein Künstler war – ein enttäuschter Idealist. Und dass wir schon genauer hinschauen müssen, um die Wahrheit über Hitler herauszufinden… LaBute spielt, wie so oft in seinen Stücken, mit unseren ethischen, ideologischen und weltanschaulichen Grundsätzen. Er stellt sie auf den Kopf und erzeugt Irritation. Dieser lächelnde Mann, der da vor uns seine Ansichten ausbreitet, ist eine Provokation, die uns zur Prüfung unseres eigenen Standpunkts herausfordert.

Swaantje Lena Kleff (Regie)
Andrea Wöllner (Bühne und Kostüme)
Lisa Evers (Dramaturgie)
Ilja Mess (Fotos)

Besetzung
Sebastian Nakajew

Termine
Wiederaufnahme Spielzeit 18/19


http://www.nationaltheater-weimar.de/de/index/spielplan/stuecke_schauspiel/stuecke_details.php?SID=2099